TCL C8K Kalibrierung

TCL 85C8K im Filmmaker-Modus – Kalibriert und bewertet

Ich habe den neuen TCL 85C8K im Filmmaker Mode getestet und auf Gamma 2.2 (2.22) kalibriert.
Bereits ab Werk zeigt das Gerät eine überraschend gute Farbdarstellung. Allerdings wich die Farbtemperatur deutlich ab – der Weißpunkt tendierte zu stark ins Blaue, auch das Gamma war spürbar daneben. Nach der Kalibrierung ergibt sich ein stimmiges und natürliches Bild.

Wichtig: Gamma, Farbhelligkeit und Sättigung beeinflussen sich gegenseitig stark. Wer hier präzise Ergebnisse will, muss mit Erfahrung und Sorgfalt arbeiten. Es braucht mehr als nur ein paar Klicks im Menü, um ein wirklich sauberes Bild zu erreichen.

Die Helligkeit des Panels ist beeindruckend. Allerdings fällt die Ausleuchtung nicht ganz gleichmäßig aus – auf weißen Flächen ist das mit bloßem Auge erkennbar. Das ist eine bekannte Schwäche aktueller Mini-LED-Technologie.

Für mein erstes Setup habe ich die Helligkeit auf knapp unter 50 Prozent eingestellt. Die Bildverbesserer waren nahezu komplett deaktiviert, um eine möglichst normgerechte Darstellung zu erzielen.

Das Ergebnis: ein sehr ausgewogenes, natürliches Bild mit erstaunlicher Qualität für diese Preisklassenach Kalibrierung.

In Planung ist ein zweites Setup mit maximaler Helligkeit. Dort werde ich auch die Bildverbesserer aktivieren – das weicht zwar von der Norm ab, bietet aber ein deutlich dynamischeres Bild mit viel visuellem Punch.

Abweichung des Weißabgleichs:

Die rote Linie zeigt die Messung „out of the box“ im Filmmaker-Modus. Dabei sind alle Bildverbesserer deaktiviert, und die Farbtemperatur liegt bei etwa 7000 Kelvin – also deutlich zu kühl, mit einem zu hohen Blauanteil.

Nach der Kalibrierung erzielt man eine nahezu punktgenaue Übereinstimmung über alle Helligkeitsstufen. Unterhalb von 20 Prozent Helligkeit misst der Sensor jedoch nicht mehr exakt, sodass Abweichungen in diesem Bereich nicht sehr aussagekräftig sind.

Der Gammaverlauf:

Für SDR-Inhalte wird ein Gammaverlauf von 2.2 angestrebt. Dieser ist ab Werk bereits sehr gut eingestellt – mit nur einer geringen Abweichung von durchschnittlich 2.27.

Doch auch hier lässt sich im mittleren Helligkeitsbereich noch etwas optimieren, sodass man schließlich bei idealen 2.20 landet. Da die meisten Bildinhalte im mittleren Helligkeitsbereich stattfinden, sollte man diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit schenken.

Die Farbdarstellung:

Was fällt bei der Werkseinstellung auf?
Zunächst zu den positiven Aspekten: Die Farbe Rot ist in allen Sättigungsstufen bereits sehr gut abgestimmt. Gemessen wird hier bei 12,5 %, 25 %, 50 %, 75 % und 100 % Farbsättigung.

Auch die Farbe Grün, die für das menschliche Auge besonders wichtig ist, zeigt ein gutes Ergebnis. Da Gelb aus Rot und Grün gemischt wird, ist auch diese Farbe sowohl im Farbton als auch in der Sättigung nahezu perfekt.

Größere Abweichungen zeigen sich hingegen bei Magenta und Cyan, da Blau in allen Zwischenschritten übersättigt war (mit Ausnahme des Endpunkts bei 100 %). Dadurch entsteht eine Verschiebung bei den Mischfarben in Richtung Blau.

Diese Abweichung ließ sich jedoch relativ leicht korrigieren, sodass die betroffenen Farben wieder sauber in ihre Farbquadrate zurückkehren.

Hauttöne und Zwischenfarben:

Abweichende Hauttöne nehmen wir sehr schnell wahr – insbesondere, wenn sie zu blass oder übersättigt sind. Das äußert sich dann schnell in einem Look wie Sonnenbrand oder Tomatengesicht.

Bei einer Kalibrierung versucht man, unter einer Abweichung von ΔE 2 zu bleiben. Nur bei den Grautönen gab es Ausreißer – ansonsten liefert der TCL bereits ab Werk recht gute Farben.

Nach der Kalibrierung wurde der Durchschnittswert jedoch deutlich verbessert – auf hervorragende ΔE 0,8.

Das RGB-Chart

Diese Grafik zeigt, wie sich die primären Farben bei verschiedenen Helligkeitsstufen zusammensetzen. Im Idealfall sollten alle drei Farben bei 100 % liegen, um eine neutrale Farbdarstellung zu gewährleisten.

Obwohl der Filmmaker-Modus eigentlich farbneutral sein sollte, ist das hier nicht der Fall: Man erkennt deutlich, dass Blau überbetont wurde. Ein kühleres Bild wirkt zwar insgesamt heller, wird vom menschlichen Auge jedoch oft als angenehmer empfunden als ein zu warmes, rötliches Bild.

Nach der Kalibrierung liegen alle Farben auf einer einheitlichen Linie. Das kostet zwar etwas Helligkeit, doch der TCL verfügt über eine so hohe Leuchtkraft, dass dies kaum als Nachteil ins Gewicht fällt. Die großen Reserven sorgen dafür, dass eine leicht dunklere Darstellung in der Praxis kaum spürbar ist. 

Der 100 Prozent Punkt wurde hier nicht angegeben und unter 20 Prozent misst der Sensor zu ungenau, dies also bitte nicht beachten.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke des TCL zeigt sich bei hellen Bildinhalten: Das Bild wirkt sehr plastisch und der Kontrast ist ebenfalls überzeugend. Dank Local Dimming sind schwarze Bildbereiche nahezu tiefschwarz, was schon ein leichtes OLED-Flair aufkommen lässt.

Die Farbdarstellung kann nach der Kalibrierung als neutral bezeichnet werden, bietet aber mit aktiviertem dynamischem Kontrast auch einen richtig punchy Look – für alle, die es etwas knackiger mögen.

Die größte Schwäche liegt für mich in der Lichtverteilung. Die Luminanzuniformität beim Mini-LED-Konzept ist deutlich schlechter als bei OLED. Bei der Darstellung einer weißen Fläche benötigt man keine Messsensorik, um die ungleichmäßige Ausleuchtung zu erkennen.

Im realen Betrieb fällt das glücklicherweise weniger stark ins Gewicht und ist nicht ganz so störend, wie es sich zunächst anhört.

Insgesamt bietet der TCL ein rundes Gesamtpaket und ist meiner Meinung nach in dieser Preisklasse kaum zu schlagen. Von meiner Seite gibt es daher eine klare Kaufempfehlung.

Bildeinstellungsempfehlungen

Wenn ihr Tipps sucht oder meine persönlichen Einstellungen ausprobieren möchtet, schaut gerne auf unserem Discord-Channel oder im noch neuen Forum vorbei.

Dort werde ich die Bildeinstellungen sowie Vergleichsbilder veröffentlichen – und wir können gemeinsam über eure Eindrücke und Erfahrungen diskutieren.


Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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